AMPEL

Clinical Decision Support System

Das AMPEL-CDSS betreibt ein klinisches Entscheidungsunterstützungssystem in der Routineversorgung und erforscht fortlaufend dessen Anwendung. Unser Fokus ist dabei die Erhöhung der Patientensicherheit und Verbesserung der Diagnostik mithilfe des Potenzials der digitalen Medizin.

Logo der Sächsischen Aufbaubank

Diese Maßnahme findet im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) statt.

Projekt

Im Rahmen des AMPEL-CDSS werden medizinische Entscheider durch die verbesserte Verfügbarkeit und Gewichtung medizinischer Informationen in ihrer Arbeit für die Patientenversorgung unterstützt. Das Akronym AMPEL steht hierbei für Analyse- und Meldesystem zur Verbesserung der Patientensicherheit durch Echtzeitintegration von Laborbefunden.

Kernstück des Projektes ist das Meldesystem, welches bei Hinweisen auf akute Krankheitsbilder und Verzögerungen in der weiteren Diagnostik und Therapie, in Echtzeit alarmiert. Dieser stellt nach ärztlicher Bewertung aller relevanten Informationen unverzüglich den Kontakt zum behandelnden Kollegen her um zu informieren. Damit wird das weitere Vorgehen beschleunigt und Gefahren für den Patienten zu minimiert. Basis dafür ist eine komplexe Datenzusammenführung aus labormedizinischen Ergebnissen und Daten aus dem Krankenhausinformationssystem.

Ziele des AMPEL-Projektes

Seit 2020 ist die Software an drei Krankenhäuser implementiert und aktiv. Neben dem Maximalversorger Universitätsklinikum Leipzig sind zwei Krankenhäuser der Regelversorgung, den Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen, und damit insgesamt über 1500 Betten an das AMPEL-CDSS angebunden. Dank der randomisierten Anwendung der Regelwerke lassen sich wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über den Nutzen von klinischen Entscheidungsunterstützungssystemen (CDSS) gewinnen.

Blog

RSS AMPEL-CDSS

  • Ohne Titel 23. Januar 2023
    If there is a good negative predictive value that is interpreted as if there is a great positive predictive value (but there is not)...
  • Ohne Titel 3. Januar 2023
    Happy New Year!Let’s start with our first publication 2023: https://doi.org/10.1515/cclm-2022-0883Late follow-up measurements in patients with hyponatremia correlate with:- Low sodium correction- Discharge in hyponatremic states- Inadequate fast correction- Length of hospital stayAMPEL aims to increase #PatientSafety by alerting these cases. Results of our prospective evaluation will be published soon.#Hyponatremia #CDSS #OpenScience
  • Ohne Titel 14. Dezember 2022
    We are excited about two early Christmas gifts. Thank you!Patient Blood Management Award (https://www.pbm-academy.de)SAP Innovation Award (https://www.sap.com/idea-place/sap-innovation-awards)#PBM #PatientBloodManagement #SAP #CDSS
  • Ohne Titel 9. Dezember 2022
    #Introduction The #AMPEL project operates a clinical decision support system in routine care and is continuously researching its application. We focus on increased #PatientSafety and improved diagnostics by harnessing the potential of #DigitalMedicine. In three German hospitals (>1500 beds), #AI models based mainly on laboratory data are applied in a randomized controlled setting. The project […]

Ziele

Verbesserung der klinischen Versorgung

Die entwickelte telemedizinische Lösung stellt automatisiert und in Echtzeit auf Basis der labormedizinischen Befunde Bezüge zu weiteren patientenbezogenen klinischen Informationen aus dem Patienteninformationssystem des Krankenhauses her.

Alarmierung bei verzögerter oder inadäquater therapeutischer Konsequenz

Bei Hinweisen auf mögliche Verzögerungen oder Abweichungen wird unverzüglich ein medizinisches Meldesystem aktiviert, welches die notwendigen Schritte im Dialog zwischen Labormediziner und zuständigem Behandler kurzfristig sicherstellt.

Erhöhung der Patientensicherheit

Um die Patientensicherheit zu erhöhen, überwacht und meldet das System in Echtzeit, ob aus den angeforderten Laborwerten zeitgerecht medizinisch angemessene Konsequenzen und Folgeuntersuchungen abgeleitet wurden.

Interpretationshilfen für bestimmte Befundkonstellationen

Die telemedizinische Lösung liefert auf Basis der qualitätsgesicherten labormedizinischen Diagnostik, Hinweise auf das Vorliegen von spezifischen Krankheitsbildern und analysiert innerhalb von Sekunden („Echtzeit“), ob aus den angeforderten Laborwerten die richtigen Konsequenzen und Folgeuntersuchungen abgeleitet wurden.

Entwicklung von Regelwerken

Die im Rahmen des AMPEL-CDSS für die Alarmierung notwendigen Regelwerke werden auf Basis etablierter klinischer Entscheidungsbäumen unter kritischer Berücksichtigung aktueller Fachliteratur sowie retrospektiver Analysen von Ergebnissen der labormedizinischen Routinediagnostik erstellt. Zudem werden neue Machine-Learning-Modelle erforscht, und anhand von externen Datensätzen und Expertenwissen validiert und implementiert.

Übertragbarkeit der Ergebnisse

Das AMPEL-CDSS soll auch kleinere Krankenhäuser bei der Patientenversorgung unterstützen. Dafür sind labormedizinische Befunde bestens geeignet, da sie bereits jetzt aufgrund ihrer hohen Qualität und guten Vergleichbarkeit auch zwischen unterschiedlichen medizinischen Laboren eine vielversprechende Ausgangsposition für geeignete klinische Entscheidungsunterstützungssysteme darstellen.

Dokumentation von Befunden und Diagnosen

Die Ergebnisse des labormedizinischen Meldesystems sollen für jeden Patientenfall über den gesamten stationären Aufenthalt gesammelt und im Rahmen des Patientenentlassmanagements dann aus dem IT-System zusammen mit wesentlichen weiteren auffälligen labormedizinischen Ergebnissen in einer geeigneten Form in den Arztbrief übernommen werden.

Medizinische Kodierung von Befunden und Diagnosen

Die Software analysiert retrospektiv die Abschlussdokumentation der klinischen Fälle und erleichtert die Berücksichtigung relevanter Kodier- und Abrechnungsaspekte. Dieses ist vor allem aus Sicht der Abrechnung mit den Krankenkassen von großer wirtschaftlicher Bedeutung, liefert aber auch Daten, die für eine retrospektive Bewertung des Behandlungsprozesses genutzt werden können.

Konsortium

Logo des Universitätsklinikum Leipzig
Logo der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig

Universitätsklinikum Leipzig – Institut für Laboratoriumsmedizin

Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) blickt gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät als zweitälteste deutsche Universitätsmedizin auf eine reiche Tradition zurück. Heute verfügt das Klinikum mit rund 1450 Betten über eine der modernsten baulichen und technischen Infrastrukturen in Europa. Jährlich werden hier über 400.000 stationäre und ambulante Patienten auf höchstem medizinischem Niveau behandelt. Diese profitieren von der innovativen Forschungskraft der Wissenschaftler, indem hier neueste Erkenntnisse aus der Medizinforschung schnell und gesichert in die medizinische Praxis überführt werden.

Das Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik (ILM) der Universitätsmedizin Leipzig (UML) gehört zu den führenden labormedizinischen Instituten in Deutschland. Im Rahmen der Krankenversorgung werden täglich rund 1500 Patientenuntersuchungen mit insgesamt rund 20.000 labormedizinischen Analysen für Klinik, Fakultät und das Medizinische Versorgungszentrum (MedVZ) des UKL durchgeführt. Das ILM ist nach der Richtlinie 98/79/EG und DIN EN ISO/IEC 17025, sowie den Richtlinien 93/42/EWG, 90/385/EWG und DIN EN ISO 15189 akkreditiert. Das Leistungsspektrum umfasst die klinische Chemie, hämatologische Diagnostik, Hämostaseologie, Immun- und Liquordiagnostik, endokrinologische Diagnostik sowie Molekular- und Spezialdiagnostik.

Zusätzlich erbringt das Institut als Screeningzentrum Sachsen zusammen mit dem Standort Dresden jährlich etwa 50.000 Neugeborenenscreening- Untersuchungen auf angeborene Stoffwechselkrankheiten für den Freistaat Sachsen und Thüringen. Die Forschung am ILM umfasst die Metabolom- und Proteinanalytik, sowie die molekulare und genetische Erforschung von Gefäßerkrankungen und Stoffwechselstörungen. Das Institut verfügt darüber hinaus über einen eigenen Bereich zur Durchführung der labormedizinischen Analytik klinischer Studien. Es bestehen Forschungskooperationen mit zahlreichen nationalen und internationalen Kooperationspartnern aus Forschung und Wissenschaft. In diesem Zusammenhang fungiert das ILM auch als wichtiger Partner für bedeutende Studienvorhaben wie die LIFE-Studie (Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen) und die Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung SMITH (Smart Medical Information Technology for Healthcare).

Logo der Muldentalkliniken

Muldentalkliniken GmbH Gemeinnützige Gesellschaft

Die Muldentalkliniken GmbH, Gemeinnützige Gesellschaft ist der zuverlässige Gesundheitspartner der Menschen und Kommunen im Landkreis Leipzig. Über 950 Mitarbeitende sichern rund um die Uhr die regionale Grund- und Regelversorgung mit den Disziplinen Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie/Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin mit insgesamt 355 Planbetten – ISO-zertifiziert und auf dem neuesten Stand der Forschung. Darüber hinaus bieten die Muldentalkliniken anerkannte Spezialleistungen in der Handchirurgie, in der Tumorchirurgie und -therapie, bei Schilddrüsenoperationen und in der Palliativmedizin.

Die Muldentalkliniken GmbH hat ihren Hauptsitz in Wurzen. Zur gemeinnützigen Gesellschaft der Muldentalkliniken gehören die beiden traditionsreichen Krankenhäuser in Grimma und Wurzen, die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) in Colditz, Wurzen und Grimma sowie die Altenheimgesellschaft Muldental gGmbH in Wurzen und Brandis. Alleingesellschafter des seit 1997 erfolgreichen kommunalen Unternehmens ist der Landkreis Leipzig.

XANTAS AG

Die 2007 gegründete XANTAS AG entwickelt als KMU Software für die Datenanalyse in Krankenhäusern. Das Software-Entwicklungszentrum befindet sich am Standort Leipzig. XANTAS stellt schwerpunktmäßig die Softwarelösung VISMEDICA her, welche sich auch dank ihres modularen Aufbaus inzwischen bei über 100 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz befindet. Die Software ist in diesen Häusern – mit einer Gesamtkapazität von über 60.000 Krankenhausbetten – die fundierte Basis für Analysen u.a. in den Bereichen Medizin-, OP- oder Finanzcontrolling von fast 5 Millionen jährlich behandelter ambulanter und stationärer Patienten.

Schwerpunkte der bisherigen Software-Entwicklung waren einerseits das Anbinden SAP-basierter klinischer Informationssysteme, andererseits das Erstellen klassischer Datawarehouse-Modelle auf Basis einer speziell für das Gesundheitswesen entwickelten Nomenklatur und Systematik. Die 10-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Systematisierung im Analyseprozess-Design eines Krankenhauses ermöglicht es der Firma, schnell und umfassend auch auf neue Herausforderungen im Gesundheitswesen zu reagieren und innovative Ansätze zu verfolgen.

Publikationen

Weitere Publikationen finden Sie hier.

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